Die Holzhäuser in Leis

Annalisa hatte schon immer davon geträumt, in einem Holzhaus zu wohnen. Wenn sie mir davon erzählte, erhielt ich den Eindruck eines intimen Hauses in den Bergen. Es war klar, dass sie ein sehr persönliches Gefühl der Geborgenheit beschrieb. Sprach sie vom Geruch des Arvenholzes, vom Prasseln des Feuers im Stubenofen, von der besonderen Wärme des Holzes?

Ich weiss es nicht mehr, aber geblieben ist mir der Eindruck, dass das Haus, das sie beschrieb, diese besondere Ausstrahlung hatte, die nur Häuser aufweisen, die aus massivem Holz gebaut sind.

Und jetzt ist das Haus gebaut. Hell steht es da im kleinen Weiler von Leis mit seinen altersschwarzen
Holzbauten. Daneben steht ein zweiter Neubau, den wir gleichzeitig errichtet haben, ein kleineres
Schwesterhaus, zwei Häuser der gleichen Familie, die Leiserhäuser.

Man bewegt sich durch die Häuser von Aussicht zu Aussicht. Die Präsenz des Holzes ist überall spürbar, intim und nahe am Körper, ein mildes, seidig glänzendes Strahlen der Hölzer im Licht.

Peter Zumthor, im Januar 2009